Marvel bringt eine seiner ungewöhnlichsten Figuren zurück: VisionQuest setzt die Geschichte von Vision nach WandaVision fort und bildet gleichzeitig den Abschluss der Serien-Trilogie, die mit WandaVision begann und mit Agatha All Along weitergeführt wurde. Seit dem 14. Oktober 2026 sind die ersten beiden Folgen in Deutschland bei Disney+ verfügbar. Und der Start kann sich sehen lassen: Die ersten Kritiken fallen überwiegend positiv aus – auch wenn nicht jeder mit Marvels philosophischem Ausflug etwas anfangen kann.
Im Mittelpunkt steht erneut Paul Bettany als Vision. Doch mindestens genauso viel Aufmerksamkeit bekommt ein alter Bekannter: James Spader kehrt als Ultron zurück – und entwickelt sich schon nach den ersten Episoden für viele zum heimlichen Star der Serie.
Vision sucht nach seiner eigenen Identität
Vision ist zurück – allerdings nicht einfach der Vision, den Marvel-Fans aus früheren Filmen kennen.
Nach den Ereignissen aus WandaVision existiert der neu erschaffene Vision mit den Erinnerungen seines früheren Ichs, muss aber erst herausfinden, wer er selbst eigentlich sein möchte. Er hält sich zunächst verborgen, nachdem andere versucht haben, ihn als Waffe zu benutzen.
Dabei sucht Vision ausgerechnet bei den künstlichen Intelligenzen in seinem eigenen Bewusstsein nach Antworten. Zu ihnen gehören F.R.I.D.A.Y., E.D.I.T.H., J.A.R.V.I.S. – und Ultron. Letzterer dürfte bei Marvel-Fans sofort einige Alarmglocken klingeln lassen.
Dann gerät Visions zurückgezogenes Leben endgültig aus den Fugen: Auf ihn wird ein Kopfgeld ausgesetzt und er trifft auf Thomas Shepherd, gespielt von Ruaridh Mollica. Der junge Mann könnte enger mit Visions Vergangenheit und seiner Familie verbunden sein, als es zunächst den Anschein hat. Disney selbst beschreibt Thomas als einen Jungen, der möglicherweise Visions wiedergeborener Sohn ist.
Wer die Vorgeschichte noch einmal auffrischen möchte, sollte insbesondere WandaVision und unseren Beitrag zu Agatha All Along lesen. Die Serie bildet offiziell den dritten und abschließenden Teil dieser von Marvel zusammengefassten Trilogie.

Kritiker reagieren überraschend positiv auf VisionQuest
Die ersten Reaktionen fallen insgesamt deutlich positiver aus, als es die in den vergangenen Jahren teilweise schwankende Qualität der Marvel-Serien erwarten ließ.
Bei Rotten Tomatoes erreicht VisionQuest am 19. Oktober 2026 eine Kritikerwertung von rund 90 Prozent. Auch die Publikumswertung liegt mit etwa 85 Prozent auf einem hohen Niveau. Da bislang erst zwei Episoden veröffentlicht wurden und weiterhin neue Bewertungen hinzukommen, sind diese Zahlen natürlich nur eine Momentaufnahme.
In seiner Übersicht der ersten Kritiken hebt Rotten Tomatoes vor allem die Darsteller, die Ideen der Serie und die ungewöhnliche Beschäftigung mit Visions Menschlichkeit hervor. Die Serie wird dort als nachdenklich, clever und visuell überzeugend beschrieben – gleichzeitig gibt es Stimmen, denen die Verbindung zum restlichen Marvel-Universum nicht stark genug ist.
Gerade dieser Punkt könnte allerdings für Zuschauer interessant sein, die bei Marvel inzwischen von immer größeren Crossovern und immer komplizierteren Verbindungen etwas ermüdet sind. VisionQuest konzentriert sich stärker auf seine Figuren als auf die Vorbereitung des nächsten großen MCU-Films.
James Spader als Ultron gehört zu den größten Stärken
Eine der interessantesten Entscheidungen der Serie ist die Rückkehr von James Spader als Ultron. Der Schauspieler hatte dem künstlichen Bösewicht bereits 2015 in Avengers: Age of Ultron seine unverwechselbare Stimme gegeben.
In VisionQuest bekommt Spader nun erheblich mehr Raum, die Figur weiterzuentwickeln.
Ultron existiert innerhalb von Visions Bewusstsein und ist dort nicht einfach nur der bekannte größenwahnsinnige Gegner. Die Gespräche zwischen beiden Figuren gehören bereits nach den ersten Episoden zu den spannendsten Elementen der Serie.
Mehrere Kritiken sehen gerade die Dynamik zwischen Vision und Ultron als einen der emotionalen und erzählerischen Mittelpunkte von VisionQuest. Spader spielt Ultron dabei ruhiger und nachdenklicher als noch in Age of Ultron, ohne dass man deshalb vergessen sollte, mit wem Vision es hier zu tun hat.
Für uns ist das bislang tatsächlich einer der interessantesten Aspekte der Serie: Marvel holt nicht einfach einen bekannten Bösewicht zurück, um nostalgische Punkte zu sammeln, sondern nutzt Ultron, um Visions Fragen nach Identität, Menschlichkeit und freiem Willen weiterzuführen.

Foto: Gage Skidmore / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0
Nicht alle Kritiker sind überzeugt
Ganz ohne Gegenstimmen kommt VisionQuest allerdings nicht davon.
Der Guardian vergibt drei von fünf Sternen und lobt zwar die visuelle Gestaltung und den Genre-Mix, kritisiert aber gleichzeitig die vielen Erklärungen und die teilweise sehr ausgedehnten Dialoge. Die Serie wolle viele philosophische Fragen behandeln, verliere darüber aber stellenweise ihre emotionale Wirkung.
Ähnlich fällt die Einschätzung der Los Angeles Times aus. Dort wird insbesondere hervorgehoben, dass VisionQuest über interessante Ideen zu Identität, Liebe, Verlust und Menschlichkeit verfügt, intellektuell aber teilweise stärker funktioniert als emotional.
Noch kritischer urteilt die Financial Times. Ihre Rezension bemängelt unter anderem, dass der Serie im Vergleich zu WandaVision und Agatha All Along Charme und Leichtigkeit fehlen und das umfangreiche MCU-Vorwissen neuen Zuschauern den Einstieg erschweren kann.
Und genau hier dürfte sich entscheiden, wie gut VisionQuest langfristig beim Publikum funktioniert. Wer sich auf eine klassische Marvel-Serie mit ständig neuen Kämpfen und großen Enthüllungen einstellt, könnte überrascht werden. Die Serie nimmt sich viel Zeit für Gespräche und beschäftigt sich ungewöhnlich ausführlich mit der Frage, was einen Menschen – oder eben eine künstliche Lebensform – eigentlich ausmacht.
Muss man WandaVision und Agatha All Along gesehen haben?
Zwingend notwendig ist es nicht, aber WandaVision sollte man unserer Meinung nach vorher gesehen haben.
Die Vorgeschichte von Vision, seine Beziehung zu Wanda Maximoff und die Entstehung seiner neuen Version spielen eine wichtige Rolle. Auch Agatha All Along enthält Verbindungen, die für das Verständnis des größeren Handlungsbogens hilfreich sind.
Wer darüber hinaus noch tiefer einsteigen möchte, findet auch in Doctor Strange in the Multiverse of Madness wichtige Hintergründe zu Wanda Maximoff und ihren Kindern.
Trotzdem bemüht sich VisionQuest, seine zentrale Geschichte auch für Zuschauer verständlich zu machen, die nicht jede einzelne MCU-Produktion gesehen haben. Ganz ohne Vorwissen gehen jedoch einige Zusammenhänge und emotionale Momente verloren.
Wann erscheinen die nächsten Folgen von VisionQuest?
VisionQuest besteht aus insgesamt acht Episoden. Disney+ veröffentlicht zunächst mehrere Folgen im Doppelpack, bevor die letzten beiden Episoden einzeln erscheinen.
Für Deutschland ergibt sich folgender Veröffentlichungsplan:
- 14. Oktober 2026: Episode 1 und 2
- 21. Oktober 2026: Episode 3 und 4
- 28. Oktober 2026: Episode 5 und 6
- 4. November 2026: Episode 7
- 11. November 2026: Episode 8 und damit das Finale
Damit wird die komplette Staffel innerhalb von knapp einem Monat veröffentlicht.
Unser bisheriges Fazit zu VisionQuest
Nach zwei Episoden ist es natürlich noch zu früh, VisionQuest abschließend zu bewerten. Der Start macht allerdings neugierig.
Paul Bettany bekommt endlich wieder die Gelegenheit, Vision stärker als eigene Figur in den Mittelpunkt zu stellen. Gleichzeitig sorgt James Spader dafür, dass Ultron weit mehr ist als nur ein überraschendes Comeback. Gerade die Gespräche zwischen diesen beiden künstlichen Wesen geben der Serie momentan ihre interessantesten Momente.
Dass VisionQuest dabei nicht jedem gefällt, überrascht wenig. Die Serie erzählt vergleichsweise ruhig, verlangt einiges an MCU-Vorwissen und beschäftigt sich stärker mit Identität und Menschlichkeit als mit dem nächsten großen Superheldenkampf.
Gerade deshalb könnte sie aber zu den ungewöhnlicheren Marvel-Produktionen der vergangenen Jahre gehören.
Ob VisionQuest dieses Niveau über alle acht Folgen halten kann, wird sich spätestens mit dem Finale am 11. November 2026 zeigen.
FAQ zu VisionQuest
Seit wann läuft VisionQuest bei Disney+?
VisionQuest ist in Deutschland seit dem 14. Oktober 2026 bei Disney+ verfügbar. Zum Start wurden die ersten beiden Episoden veröffentlicht.
Wie viele Folgen hat VisionQuest?
Die Serie besteht aus acht Episoden. Das Finale erscheint am 11. November 2026.
Wer spielt Vision?
Paul Bettany kehrt als Vision zurück. Der britische Schauspieler verkörpert die Figur im MCU seit Avengers: Age of Ultron aus dem Jahr 2015.
Wer spielt Ultron in VisionQuest?
James Spader übernimmt erneut die Rolle von Ultron. Bereits in Avengers: Age of Ultron lieh er dem Marvel-Bösewicht seine Stimme und Performance.
Wer ist Thomas Shepherd?
Thomas Shepherd wird von Ruaridh Mollica gespielt. Seine mögliche Verbindung zu Vision und dessen Familie gehört zu den zentralen Geheimnissen der Serie. Disney beschreibt ihn offiziell als einen Jungen, der möglicherweise Visions wiedergeborener Sohn ist.
Wer ist der Showrunner von VisionQuest?
Verantwortlicher Showrunner ist Terry Matalas, der zuvor unter anderem an Star Trek: Picard gearbeitet hat. Marvel bestätigte ihn offiziell als Showrunner der Serie.
Muss man WandaVision vorher gesehen haben?
Es ist keine zwingende Voraussetzung. Wer WandaVision kennt, versteht Visions Vorgeschichte, seine Familie und seinen Identitätskonflikt jedoch deutlich besser. Marvel bezeichnet VisionQuest offiziell als Abschluss der Trilogie aus WandaVision, Agatha All Along und VisionQuest.
