Anzeige

„Werden Kinos zu Jazzbars?“ – Leonardo DiCaprio warnt vor radikalem Umbruch in Hollywood

6. Jan. 2026

Die Filmbranche steht vor einer möglichen Zäsur. Seit bekannt wurde, dass Netflix eine Übernahme von Warner Bros. in Milliardenhöhe prüft, wird in Hollywood intensiv über die Folgen für das klassische Kino diskutiert. Der mögliche Deal würde nicht nur Produktionsstrukturen verändern, sondern auch die bisherige Auswertung von Filmen grundlegend neu ordnen. Besonders umstritten ist die Frage, welche Rolle das Kino künftig noch spielt, wenn Streaming-Plattformen ihre Marktmacht weiter ausbauen.

Nun äußert sich mit Leonardo DiCaprio einer der profiliertesten Schauspieler seiner Generation zu Wort. Seine Einschätzung fällt nüchtern, aber deutlich aus – und sie sorgt erneut für Diskussionen innerhalb der Branche.

play-sharp-fill

„Werden Kinos zu isolierten Orten wie Jazzbars?“

In einem Interview mit The Times of London (via Variety) zeigt sich DiCaprio besorgt über den schwindenden Stellenwert des Kinos als Massenmedium. Er stellt offen infrage, ob der Kinobesuch langfristig noch ein selbstverständlicher Teil der Popkultur bleibt. „Haben die Leute noch den Appetit darauf? Oder werden Kinos zu isolierten Orten – wie Jazzbars?“, fragt der Oscar-Preisträger.

Der Schauspieler beschreibt die aktuellen Entwicklungen als außergewöhnlich schnell. „Es verändert sich in Blitzgeschwindigkeit“, sagt DiCaprio. Seiner Einschätzung nach befindet sich die Branche an einem Wendepunkt, an dem sich entscheidet, ob das Kino seinen zentralen Platz behaupten kann oder weiter an Bedeutung verliert.

Als Beispiel nennt er den Umgang mit bestimmten Filmgenres. Dokumentarfilme seien aus dem regulären Kinobetrieb nahezu verschwunden, klassische Dramen erhielten oft nur noch kurze Laufzeiten. Viele Zuschauer warteten bewusst auf den Streaming-Start, anstatt ins Kino zu gehen.

Streaming, Kosten und wachsende Unsicherheit

Dass diese Sorgen nicht rein theoretisch sind, zeigen auch aktuelle Zahlen. DiCaprios jüngster Film „One Battle After Another“, der im September 2025 in den Kinos startete, stößt zwar auf positive Kritiken, bleibt wirtschaftlich jedoch hinter den Erwartungen zurück. Weltweit wurden bislang rund 205 Millionen US-Dollar eingespielt, während Schätzungen zufolge etwa 300 Millionen Dollar nötig wären, um die Gewinnzone zu erreichen.

Auch andere Branchenvertreter äußern sich kritisch. Regisseur James Cameron sprach im The Town-Podcast (via IGN) von einem Zusammenspiel aus Streaming-Druck und „Sequel-Müdigkeit“, das selbst große Marken schwäche. Die mögliche Übernahme von Warner Bros. durch Netflix bezeichnete er in diesem Zusammenhang als problematisch für das gesamte Ökosystem Kino.

Ob es tatsächlich zu dem Deal kommt, ist noch offen. Branchenkenner rechnen frühestens Ende 2026 mit einer Entscheidung, vorausgesetzt die Kartellbehörden stimmen zu. Unabhängig davon verdeutlichen die aktuellen Stimmen jedoch, wie groß die Verunsicherung in Hollywood ist – und wie offen die Frage bleibt, welche Zukunft das Kino in einer zunehmend streamingdominierten Welt hat.

FAQ: Leonardo DiCaprio warnt vor Netflix-Übernahme von Warner Bros.

Worum geht es bei der möglichen Übernahme von Warner Bros.?
Netflix prüft den Kauf von Warner Bros. für rund 82 Milliarden US-Dollar. Der Deal würde einen der größten Umbrüche in der Filmbranche bedeuten.

Warum sorgt der mögliche Deal für Kritik?
Ein zentraler Streitpunkt ist das geplante verkürzte Kinofenster. Filme könnten bereits nach 17 Tagen exklusiver Kinoauswertung im Streaming erscheinen.

Was sagt Leonardo DiCaprio dazu?
DiCaprio warnt davor, dass Kinos ihren Status als Massenmedium verlieren könnten. Er vergleicht ihre mögliche Zukunft mit „isolierten Orten wie Jazzbars“.

Warum spricht DiCaprio von einem Wendepunkt?
Er beobachtet, dass sich Auswertungsmodelle und Zuschauergewohnheiten rasant verändern und klassische Filmformate immer kürzere Kinolaufzeiten erhalten.

Ist die Übernahme bereits beschlossen?
Nein. Eine Entscheidung wird frühestens Ende 2026 erwartet, vorausgesetzt die Kartellbehörden genehmigen den Deal.

 
Hide picture