„Assassin’s Creed“ zählt seit fast zwei Jahrzehnten zu den bekanntesten Marken der Games-Industrie. Trotz zahlreicher Serienteile und Spin-offs blieb der Sprung ins Bewegtbild jedoch lange problematisch. Der Kinofilm von 2016 mit Michael Fassbender erreichte zwar Aufmerksamkeit, überzeugte Kritiker und Publikum aber nur eingeschränkt. Eine neue Live-Action-Adaption galt daher als riskantes Unterfangen.
Netflix hat das Projekt dennoch weiterverfolgt und im Hintergrund an einer Serienumsetzung gearbeitet. Nun ist ein entscheidender Schritt bekannt geworden: Wie das Branchenmagazin Variety berichtet, übernimmt der schwedische Regisseur Johan Renck die Inszenierung der Serie. Damit setzt der Streamingdienst auf einen Namen, der weit über klassisches Serienhandwerk hinausgeht.
Die Personalie deutet darauf hin, dass Netflix bei „Assassin’s Creed“ stärker auf Atmosphäre, Dramaturgie und Inszenierung setzt als bei früheren Umsetzungen. Ein vorsichtiger Kurswechsel, der auch das Image der Marke im Serienbereich neu formen könnte.
„Chernobyl“ als Referenz – Rencks besondere Handschrift
Johan Renck wurde vor allem durch die HBO-Miniserie „Chernobyl“ international bekannt. Die Produktion erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Emmys, und überzeugte durch eine dichte, beklemmende Atmosphäre sowie einen konsequenten, nüchternen Erzählstil. Genau diese Qualitäten gelten als Rencks größte Stärke.
Darüber hinaus hat der Regisseur bereits an etablierten Serienformaten wie „Breaking Bad“, „The Walking Dead“ und „Vikings“ gearbeitet. Er kennt damit sowohl den langfristigen Aufbau komplexer Welten als auch die Balance zwischen Figurenentwicklung und Spannung. Für eine Reihe wie „Assassin’s Creed“, die von Machtkämpfen, Geheimnissen und ideologischen Konflikten lebt, ist diese Erfahrung zentral.
Netflix selbst hat sich zur künstlerischen Ausrichtung bisher nicht detailliert geäußert. Die Verpflichtung Rencks lässt jedoch darauf schließen, dass die Serie weniger auf reinen Fanservice und stärker auf erzählerische Tiefe setzen soll.
Zwischen Geheimhaltung und klarer Ausrichtung
Inhaltlich hält sich der Streamingdienst weiterhin bedeckt. Bekannt ist lediglich, dass sich die Serie auf den jahrhundertealten Konflikt zwischen Assassinen und Templern konzentriert. Eine konkrete Epoche oder bekannte Figuren aus den Spielen wurden bislang nicht bestätigt. Damit bleibt Netflix flexibel und vermeidet frühe Festlegungen.
Als kreative Köpfe fungieren Roberto Patino und David Wiener, die das Projekt als Showrunner betreuen. Für die Besetzung wurden unter anderem Toby Wallace, Lola Petticrew, Zachary Hart und Laura Marcus genannt. Ein Starttermin steht noch aus, ebenso weitere Details zur Struktur der Serie.
Nach den Erfolgen von Videospiel-Adaptionen wie „The Last of Us“ und „Fallout“ erscheint der Zeitpunkt für „Assassin’s Creed“ dennoch günstig. Mit Johan Renck an der Spitze setzt Netflix ein klares Signal: Die Serie soll kein Nebenprodukt werden, sondern eine eigenständige, hochwertige Interpretation einer bekannten Marke.
