Mit raffinierten Täuschungen, spektakulären Raubzügen und einem Hauptdarsteller, der selbst in schwierigen Situationen den Überblick behält, gehört „Lupin“ zu den international bekannten französischen Netflix-Serien. Seit dem Ende der dritten Staffel im Oktober 2023 mussten Fans auf neue Folgen warten. Am 23. Oktober 2026 geht die Geschichte von Assane Diop endlich weiter. Alle acht Episoden der vierten Staffel stehen inzwischen bei Netflix bereit. (Netflix Tudum)
Der Neustart fällt auch bei den ersten Kritiken auf. Auf dem Bewertungsportal Rotten Tomatoes steht die neue Staffel derzeit bei 100 Prozent Zustimmung durch professionelle Kritiker. Beim Publikum fällt die Wertung allerdings deutlich niedriger aus. Damit startet die Fortsetzung mit einem auffälligen Gegensatz, der sich nicht allein mit einer einzigen Prozentzahl erklären lässt.
100 Prozent bei Rotten Tomatoes – doch die Datenlage ist noch dünn
Auf Rotten Tomatoes erreicht die vierte Staffel aktuell einen Tomatometer-Wert von 100 Prozent. Dahinter stehen zum Zeitpunkt der Recherche fünf Kritiken. Der Wert bedeutet nicht, dass die Serie eine durchschnittliche Bewertung von 100 von 100 Punkten erhält. Er zeigt vielmehr, dass alle fünf bislang erfassten Kritiken positiv ausfallen. Rotten Tomatoes weist selbst darauf hin, dass sich die Werte mit weiteren Rezensionen verändern können. (Erklärung des Bewertungsportals)
Beim Publikum sieht das Bild anders aus. Der sogenannte Popcornmeter liegt derzeit bei 19 Prozent. Rotten Tomatoes führt für die Staffel weniger als 50 Nutzerbewertungen auf. Die frühe Publikumswertung fällt damit erheblich schlechter aus als das Urteil der Kritiker. Sie sollte angesichts der noch begrenzten Zahl an Rückmeldungen allerdings ebenfalls nicht als abschließendes Stimmungsbild verstanden werden.
Auch abseits der Kritiken sorgt die neue Staffel für Aufmerksamkeit. Nach einer Auswertung von FlixPatrol steht „Lupin“ am 25. Oktober im weltweiten Tagesranking der Netflix-Serien auf Platz eins. Dabei handelt es sich um ein Ranking eines externen Dienstes und nicht um eine offizielle Zuschauerzahl von Netflix. Der frühe Erfolg in den Charts und die auseinandergehenden Bewertungen zeigen dennoch, dass die Rückkehr von Assane Diop derzeit für Gesprächsstoff sorgt. (Bericht zur weltweiten Platzierung)
Assane Diop soll sein altes Leben hinter sich lassen – doch jemand nutzt seinen Namen
Am Ende der dritten Staffel stellt sich Assane Diop der Polizei. Er will damit seine Familie schützen und einen Schlussstrich unter seine kriminelle Vergangenheit ziehen. Zu Beginn der neuen Folgen sitzt er weiterhin im Gefängnis. Sein Plan ist es, die Strafe abzusitzen und anschließend mit seinem Sohn Raoul nach Senegal zu reisen. Dort möchte er ein Versprechen einlösen und seiner Familie wieder näherkommen.

Doch plötzlich kündigt eine unbekannte Person unter dem Namen „Lupin“ mehrere nahezu gleichzeitige Raubüberfälle auf Museen an. Die Aktionen gelingen trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen. Weil die Spuren auf Assane hindeuten, gerät er erneut ins Zentrum der Ermittlungen. Er muss herausfinden, wer seine Methoden kopiert und weshalb die Verbrechen mit seinem Namen verbunden werden. Um seine Unschuld zu beweisen, bleibt ihm schließlich kaum eine andere Möglichkeit, als wieder in seine alte Rolle als Meisterdieb zu schlüpfen.
Die Handlung knüpft damit direkt an einen zentralen Konflikt der Serie an: Assane versteht es, andere Menschen mit Verkleidungen, Ablenkungsmanövern und sorgfältig geplanten Aktionen auszutricksen. Sein Ruf wird nun jedoch selbst zum Problem. Die neue Staffel verbindet die bekannten Heist-Elemente mit der Frage, ob er seinem eigenen Mythos überhaupt noch entkommen kann. Gleichzeitig steht das Verhältnis zu seinem Sohn auf dem Spiel.
Omar Sy: Vom César-Gewinner zum Gesicht einer internationalen Netflix-Serie

In der Hauptrolle ist erneut Omar Sy zu sehen. Der französische Schauspieler wird international vor allem durch die Tragikomödie „Ziemlich beste Freunde“ bekannt. Für seine Leistung in dem Film erhält er 2012 den französischen Filmpreis César als bester Hauptdarsteller. Später übernimmt er Rollen in internationalen Produktionen wie „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“, „Jurassic World“ und „Inferno“. Eine Übersicht seiner Filmkarriere bietet unter anderem das Festival von Cannes.
Mit Assane Diop spielt Sy eine Figur, deren Wirkung nicht allein auf körperlicher Action beruht. Assane beobachtet seine Umgebung, liest Menschen und entwickelt Pläne, die häufig erst im Nachhinein verständlich werden. Sy verbindet dabei Charme mit einer kontrollierten, gelegentlich humorvollen Art. Gerade dieser Kontrast macht die Figur für die Serie wichtig: Assane ist kein unverwundbarer Actionheld, sondern ein Mensch, dessen Einfallsreichtum ihn sowohl aus Schwierigkeiten herausführt als auch immer wieder in neue Konflikte bringt.
Auch die Nebenrollen tragen die Geschichte. Ludivine Sagnier spielt Assanes frühere Partnerin Claire. Die Schauspielerin arbeitet unter anderem mit Regisseur François Ozon bei „Swimming Pool“ zusammen und tritt später in internationalen Serien wie „The Young Pope“, „The Serpent Queen“ und „Franklin“ auf. Soufiane Guerrab kehrt als Ermittler Youssef Guédira zurück, der Assanes Verbindung zur Romanfigur Arsène Lupin erkennt. Shirine Boutella spielt erneut Sofia Belkacem. Die Besetzung führt damit bekannte Figuren fort, während die neue Geschichte zusätzliche Konflikte eröffnet.
Größer, actionreicher und internationaler: Was die ersten Kritiken bemerken
Die ersten Besprechungen loben vor allem Omar Sys Präsenz, die aufwendig geplanten Raubzüge und die zahlreichen Wendungen. Gleichzeitig deutet sich an, dass die Serie ihren Stil verändert. Der britische Guardian beschreibt die neue Staffel als deutlich stärker auf großes Actionkino ausgerichtet. Die Produktion setzt demnach auf größere Schauplätze, technische Tricks und spektakuläre Ausbruchsversuche. Einige Szenen wirkten allerdings überdramatisiert, heißt es in der Rezension. (The Guardian: Kritik zu Staffel 4)
Das ist für die Einordnung der 100-Prozent-Wertung wichtig. Ein positiver Tomatometer-Wert bedeutet nicht, dass Kritiker jede Entscheidung einer Staffel uneingeschränkt feiern. Er zeigt, dass die erfassten Besprechungen insgesamt als positiv eingestuft werden. Einzelne Rezensionen können trotzdem Schwächen benennen. Die sehr gute frühe Kritikerwertung und die deutlich niedrigere Publikumszahl schließen sich deshalb nicht aus.
Eine weitere Besonderheit ist der zeitliche Kontext: Im Jahr 2025 sorgt ein spektakulärer Juwelendiebstahl im Pariser Louvre weltweit für Schlagzeilen. Der Guardian verweist auf Ähnlichkeiten zwischen den realen Tätern, die sich als Bauarbeiter tarnen, und Assanes Methoden, bei denen Verkleidungen eine wichtige Rolle spielen. Die Parallele ist keine Grundlage für die Handlung, verleiht der Rückkehr der Serie aber eine unerwartete Aktualität.
Persönliche Einschätzung: Die 100 Prozent sind interessant, aber noch kein endgültiges Urteil
Der spannendste Punkt beim Start der vierten Staffel ist weniger die perfekte Kritikerwertung als die deutliche Differenz zwischen Fachpresse und Publikum. Fünf positive Kritiken reichen für einen auffälligen Auftakt, bilden aber noch keine breite Grundlage für ein abschließendes Urteil. Auch die 19 Prozent beim Publikum sind angesichts von weniger als 50 Bewertungen zunächst eine Momentaufnahme.
Für Fans der bisherigen Staffeln dürfte vor allem interessant sein, wie die Serie Assanes scheinbar größte Stärke – seine Fähigkeit, jeden Gegner auszutricksen – diesmal gegen ihn selbst richtet. Die Rückkehr ins kriminelle Leben steht nicht nur für neue Raubzüge, sondern auch für einen Konflikt mit seinen eigenen Plänen und seiner Familie. Wer die Mischung aus Täuschungen, Kriminalfall und Omar Sys Hauptrolle mochte, findet also auch in den acht neuen Folgen damit einen klaren Anknüpfungspunkt. Ob die stärker auf Action und größere Schauwerte ausgerichtete Erzählweise langfristig überzeugt, muss sich erst noch zeigen.
FAQ zu „Lupin“ Staffel 4
1. Seit wann läuft die vierte Staffel von „Lupin“ auf Netflix?
Die neuen Folgen erscheinen am 23. Oktober 2026. Alle acht Episoden sind inzwischen verfügbar.
2. Warum erreicht „Lupin“ Staffel 4 bei Rotten Tomatoes 100 Prozent?
Zum Zeitpunkt der Recherche fallen alle fünf erfassten professionellen Kritiken positiv aus. Der Wert bezeichnet den Anteil positiver Rezensionen, nicht eine Durchschnittsnote von 100 Punkten.
3. Wie bewerten Zuschauer die neue Staffel?
Der Popcornmeter liegt derzeit bei 19 Prozent. Rotten Tomatoes zeigt weniger als 50 Nutzerbewertungen an. Dieser Wert kann sich mit weiteren Rückmeldungen verändern.
4. Worum geht es in den neuen Folgen?
Assane sitzt zunächst im Gefängnis und möchte nach seiner Entlassung ein neues Leben beginnen. Als mehrere Museumsdiebstähle unter dem Namen Lupin stattfinden und die Spuren auf ihn deuten, muss er seine Unschuld beweisen.
5. Wer spielt die Hauptrolle?
Omar Sy übernimmt erneut die Rolle von Assane Diop. Er ist unter anderem aus „Ziemlich beste Freunde“, „Jurassic World“ und „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ bekannt.
6. Wer gehört neben Omar Sy zur Besetzung?
Ludivine Sagnier spielt Claire, Soufiane Guerrab ist als Ermittler Youssef Guédira zu sehen und Shirine Boutella kehrt als Sofia Belkacem zurück.
7. Wie viele Folgen hat Staffel 4?
Die vierte Staffel umfasst acht Episoden, die seit dem 23. Oktober 2026 bei Netflix verfügbar sind.
8. Ist die neue Staffel besser als die vorherigen?
Ein endgültiges Urteil lässt sich aus den frühen Bewertungen nicht ableiten. Die Kritikerwertung ist derzeit sehr hoch, während der Zuschauerscore deutlich niedriger liegt. Beide Werte können sich mit weiteren Bewertungen verändern.
Bildquellen
- lupin season 4 art1: Netflix
