Mit „Daredevil: Born Again“ kehrte Jon Bernthal zuletzt offiziell ins Marvel Cinematic Universe zurück. Viele Fans fragten sich danach, wie es mit Frank Castle weitergeht – und vor allem, welche Rolle der Punisher künftig innerhalb des MCU spielen soll.
Die Antwort liefert Marvel nun mit „The Punisher: One Last Kill“. Die neue Special Presentation ist seit heute bei Disney+ verfügbar und schlägt eine Brücke zwischen „Daredevil: Born Again“ und dem kommenden Kinofilm „Spider-Man: Brand New Day“.
Dabei verfolgt der knapp 48 Minuten lange Film allerdings einen anderen Ansatz, als manche vielleicht erwartet haben. Statt großer MCU-Verknüpfungen oder aufwendiger Multiversums-Handlung konzentriert sich „One Last Kill“ fast vollständig auf Frank Castle selbst – seine Schuldgefühle, seine Traumata und seinen nie endenden Krieg gegen die Gewalt in New York.
„One Last Kill“ zeigt einen Punisher am Tiefpunkt
Schon die ersten Minuten machen deutlich, wie düster der Ton des Films ausfällt. Frank Castle lebt isoliert und schwer gezeichnet in einem heruntergekommenen Viertel von New York. Visionen seiner ermordeten Familie verfolgen ihn weiterhin, während der Film seinen mentalen Zustand ungewöhnlich intensiv beleuchtet.
Regisseur Reinaldo Marcus Green, der gemeinsam mit Jon Bernthal auch am Drehbuch arbeitete, setzt dabei stärker auf Charakterstudie als auf klassische Superhelden-Formeln. Gerade die ruhigeren Szenen gehören zu den stärksten Momenten der Produktion.
Besonders emotional fällt eine Sequenz am Grab von Franks Familie aus. Dort erscheint ihm seine verstorbene Tochter in einer Vision – ein Moment, der den inneren Konflikt der Figur stärker in den Mittelpunkt rückt als viele frühere Marvel-Projekte.
Die eigentliche Handlung nimmt Fahrt auf, als Ma Gnucci auftaucht. Die Gangsterbossin setzt ein Kopfgeld auf Frank Castle aus und macht damit praktisch ganz Little Sicily zu seinem Jagdgebiet.

Zwischen „John Wick“ und „The Raid“: Marvel setzt auf kompromisslose Action
Ab diesem Punkt wechselt der Film spürbar den Ton. Die zweite Hälfte entwickelt sich zu einem fast durchgehenden Actionstück, das sich stilistisch deutlich an Filmen wie „John Wick“ oder „The Raid“ orientiert.
Frank kämpft sich dabei brutal durch Apartmenthäuser, Treppenhäuser, Dächer und Straßenzüge. Die Choreografien fallen deutlich härter aus als in vielen anderen MCU-Projekten der letzten Jahre. Gerade die Nahkämpfe wirken roh, schnell und teilweise erstaunlich kompromisslos inszeniert.
Hinzu kommt ein auffälliger Soundtrack-Mix, der Songs von Louis Armstrong bis Hatebreed kombiniert und dem Film eine eigene Atmosphäre verleiht. Die Gewalt bleibt dabei zwar stilisiert, wirkt aber wesentlich direkter als etwa in den klassischen Marvel-Kinofilmen.
Interessant ist außerdem, dass „One Last Kill“ offenbar erste Hinweise auf Frank Castles Zukunft im MCU streut. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Der Film deutet an, dass der Punisher in „Spider-Man: Brand New Day“ möglicherweise nicht mehr ganz dieselbe Rolle einnehmen könnte wie bisher.
Marvel nutzt die Special Presentation damit weniger als großes Event und eher als konzentriertes Charakterstück. Für Fans von Jon Bernthals Interpretation des Punishers dürfte genau das allerdings der größte Pluspunkt sein.
FAQ zu „The Punisher: One Last Kill“
Wo läuft „The Punisher: One Last Kill“?
Der Film ist ab sofort bei Disney+ verfügbar.
Wie lang ist der Film?
Die Laufzeit beträgt rund 48 Minuten.
Ist der Punisher jetzt offiziell Teil des MCU?
Ja, spätestens seit „Daredevil: Born Again“ gehört Jon Bernthals Punisher offiziell zum MCU.
Wer spielt Frank Castle?
Jon Bernthal übernimmt erneut die Rolle des Punishers.
Wer führte Regie?
Regie führte Reinaldo Marcus Green.
Hat der Film Verbindungen zu „Spider-Man: Brand New Day“?
Ja, einige Szenen und Entwicklungen deuten bereits auf den kommenden Film hin.
Wie brutal ist „One Last Kill“?
Deutlich härter als viele klassische Marvel-Produktionen, besonders in den Nahkampfszenen.
Ist der Film wichtig für die MCU-Handlung?
Die Special Presentation dient eher als Charakterstudie und Übergangsgeschichte für Frank Castle.
