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„Eine völlig neue Mythologie“ – Warum das Stranger-Things-Spin-off alles anders machen will

2. Jan. 2026
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Mit der fünften Staffel ist Stranger Things offiziell abgeschlossen. Am 1. Januar hat Netflix das fast zweistündige Serienfinale veröffentlicht und damit eine Geschichte beendet, die über ein Jahrzehnt hinweg Zuschauer geprägt hat. Hawkins, das Upside Down und eine Gruppe von Kindern mit ungewöhnlichem Mut haben Fernsehgeschichte geschrieben.

Trotz dieses klaren Endpunkts verabschiedet sich Netflix jedoch nicht vollständig von dem Franchise. Ein Spin-off befindet sich bereits in Planung. Viele Fans haben schnell eine naheliegende Idee formuliert: ein Generationenwechsel, mit Holly Wheeler als neuer Hauptfigur. Innerhalb der Logik der Serie wäre dieser Schritt konsequent gewesen.

Doch genau diese Erwartungshaltung haben die Schöpfer der Serie nun deutlich gedämpft.

„Es geht nicht um Holly“ – Duffers setzen auf einen radikalen Neuanfang

In einem Interview mit Deadline hat Ross Duffer klargestellt, dass das kommende Spin-off bewusst ohne bekannte Hauptfiguren auskommen wird. „Es handelt sich um eine völlig neue Mythologie“, erklärte der Serienschöpfer und machte damit deutlich, dass weder Eleven noch Hopper oder die Wheeler-Kinder im Zentrum stehen werden.

Duffer betonte zudem, dass frühere Hinweise, etwa auf den Begriff Montauk, missverstanden worden seien:
„Es gibt kein Montauk-Spin-off. Das war eher ein Augenzwinkern an eingefleischte Fans“, so Duffer. Der Name verweist auf die frühe Konzeptphase der Serie, in der Stranger Things ursprünglich unter dem Arbeitstitel Montauk entwickelt wurde und sich stärker auf geheime Regierungsexperimente konzentrieren sollte.

Das Spin-off soll nun zwar erneut eine Welt mit mystischen Elementen zeigen, dabei aber deutlich kleiner angelegt sein. Gleichzeitig bestätigten die Macher, dass offene Fragen aus dem Serienfinale nicht ignoriert werden: Einzelne narrative Lücken sollen aufgegriffen werden, ohne die abgeschlossene Geschichte der Originalfiguren umzuschreiben.

Ein bewusst offenes Finale – und Raum für neue Geschichten

Das Serienende selbst hat viele dieser offenen Deutungsräume bewusst angelegt. Im Epilog von „The Rightside Up“ bleibt insbesondere das Schicksal von Eleven uneindeutig. Die Serie bestätigt weder eindeutig ihren Tod noch ihr Überleben und überlässt diese Entscheidung den Zuschauern.

Diese erzählerische Offenheit erklärt auch den Ansatz für das Spin-off. Statt bekannte Figuren fortzuschreiben, setzen die Duffers auf eine eigenständige Geschichte, die thematisch verbunden bleibt, aber nicht von Nostalgie getragen wird. „Letztlich hat es seine eigene Geschichte und seine eigene Mythologie“, so Duffer weiter.

Damit schlägt Stranger Things einen ungewöhnlichen Weg ein: Das Franchise wächst weiter, ohne sich auf vertraute Gesichter zu stützen. Ob dieser Ansatz aufgeht, bleibt offen – klar ist jedoch, dass Netflix nicht einfach eine Fortsetzung, sondern einen strukturellen Neuanfang plant.

 
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