Der Untergang des Hauses Usher: Mehr als ein Netflix-Horror? - 110min.de
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Der Untergang des Hauses Usher: Mehr als ein Netflix-Horror?

9. Okt 2023
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Mike Flanagan, der visionäre Regisseur hinter Meisterwerken wie „Spuk in Hill House,“ wagt sich an die Adaption eines Klassikers der Gothic-Literatur. „Der Untergang des Hauses Usher“ soll am 12. Oktober 2023 auf Netflix erscheinen. Aber kann die Serie dem Erbe Edgar Allan Poes gerecht werden, und was macht sie so besonders?

Der Untergang des Hauses Usher. (v.l.n.r.) Aya Furukawa als Tina, Kate Siegel als Camille L’Espanaye, Igby Rigney als Toby in Folge 102 von The Fall of the House of Usher. Cr. Eike Schroter/Netflix © 2023

Ein Klassiker neu interpretiert

Edgar Allan Poe, der Meister des Makabren, hat mit „Der Untergang des Hauses Usher“ eine der ikonischsten Geschichten der amerikanischen Literatur geschaffen. Die düstere Atmosphäre und die psychologische Tiefe der Charaktere haben Generationen von Lesern und Kritikern gleichermaßen fasziniert. Flanagan hat bereits bewiesen, dass er literarische Werke respektvoll und dennoch innovativ adaptieren kann. Die Frage bleibt jedoch, wie er Poes komplexe Charaktere und subtilen Horror in das Format einer Fernsehserie übersetzen wird.

Ein Ensemble, das überzeugt – oder etwa nicht?

Carla Gugino, die bereits in anderen Flanagan-Projekten brillierte, übernimmt die Rolle der Verna, einer dämonischen Gestaltwandlerin. Während Gugino zweifellos talentiert ist, stellt sich die Frage, ob die Serie nicht zu sehr auf bewährte Gesichter setzt. Bruce Greenwood und Mary McDonnell, die die Usher-Geschwister spielen, sind ebenfalls keine Unbekannten in Flanagans Universum. Das könnte für Fans des Regisseurs ein Anreiz sein, könnte aber auch das Risiko einer gewissen Vorhersehbarkeit bergen.

Der Untergang des Hauses Usher. Samantha Sloyan als Tamerlane Usher in Folge 106 von The Fall of the House of Usher. Cr. Eike Schroter/Netflix © 2023

Der letzte Hurra bei Netflix

Mike Flanagan wird Netflix verlassen und zu Amazon Studios wechseln. Das macht „Der Untergang des Hauses Usher“ zu seinem Abschiedswerk für den Streaming-Giganten. Erwartet uns also ein episches Finale oder eher ein hastiger Abgang? Flanagan hat hohe Erwartungen zu erfüllen, nicht nur wegen seines bisherigen Erfolgs, sondern auch wegen der literarischen Vorlage.

Was verspricht die Handlung?

Die Serie folgt den Usher-Geschwistern, die ein pharmazeutisches Imperium aufgebaut haben. Ihr scheinbar perfektes Leben gerät aus den Fugen, als Verna auftaucht. Die Figur verspricht, mehr als nur ein einfacher Antagonist zu sein. Sie könnte als Vollstreckerin des Schicksals oder des Karmas betrachtet werden, was der Serie eine zusätzliche Ebene der Komplexität verleiht.

Der Untergang des Hauses Usher. Carla Gugino als Verna in Folge 102 von The Fall of the House of Usher. Cr. Eike Schroter/Netflix © 2023

Ein Must-See oder ein Risiko?

„Der Untergang des Hauses Usher“ ist sicherlich eines der am meisten erwarteten Projekte des Jahres. Die Kombination aus einem talentierten Regisseur, einer bewährten Besetzung und einer literarischen Vorlage von unschätzbarem Wert könnte magisch sein. Aber sie birgt auch Risiken. Die Serie muss sowohl den Fans des klassischen Horrors als auch einem breiteren Publikum gerecht werden. Sie muss innovativ sein, ohne die Essenz der Vorlage zu verlieren. Kurzum, sie muss sowohl respektvoll als auch revolutionär sein.

Abschließende Gedanken

Edgar Allan Poe hat mit seinen Werken die Grundlagen für das moderne Horrorgenre gelegt. Mike Flanagan hat die Chance, dieses Erbe in einer Weise zu würdigen, die sowohl zeitgemäß als auch respektvoll ist. Ob „Der Untergang des Hauses Usher“ dieses Versprechen erfüllen kann, wird sich am 12. Oktober zeigen. Bis dahin bleibt uns nur die Vorfreude und die Hoffnung, dass die Serie sowohl die Fans des klassischen Horrors als auch diejenigen, die nach mehr suchen, begeistern wird.

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