Wie geht es mit den angekündigten DCU-Serien bei HBO weiter? Seit James Gunn und Peter Safran Anfang 2023 die ersten Projekte ihres neuen DC Universe vorgestellt haben, hat sich die Planung an mehreren Stellen verändert. Besonders bei „Waller“, „Booster Gold“ und „Paradise Lost“ ist derzeit unklar, wann und in welcher Form die Serien tatsächlich umgesetzt werden.
HBO-Chef Casey Bloys hat nun den aktuellen Stand eingeordnet. Demnach befindet sich bei HBO neben „The People v. Gorilla Grodd“ derzeit keine weitere neue DC-Serie in aktiver Entwicklung. Eine endgültige Absage aller zuvor angekündigten Projekte bedeutet das allerdings nicht.
Bloys betont vielmehr, dass zwischen einer Entwicklung und einer tatsächlichen Serienbestellung unterschieden werden müsse. HBO wolle weiterhin sorgfältig auswählen, welche Projekte letztlich grünes Licht erhalten.

HBO sieht keinen grundsätzlichen Kurswechsel beim DCU
Von einem grundlegenden Neustart oder Strategiewechsel will Casey Bloys nicht sprechen. Im Gespräch mit Deadline erklärte der HBO-Chef, dass Zuschauer Meldungen über Serienentwicklungen häufig bereits als verbindliche Produktionsankündigungen verstehen würden.
Genau das sei jedoch nicht der Fall. In der Entwicklungsphase werden unterschiedliche Ideen, Drehbücher und Konzepte geprüft. Nicht jedes davon wird anschließend tatsächlich produziert.
Als bisherige Beispiele für DC-Produktionen bei HBO verwies Bloys unter anderem auf „Watchmen“, „Peacemaker“, „The Penguin“ und „Lanterns“. HBO gehe bei der Auswahl bewusst selektiv vor.
Auf die konkrete Frage, ob neben „The People v. Gorilla Grodd“ aktuell noch weitere DC-Projekte bei HBO aktiv entwickelt würden, antwortete Bloys mit Nein.
Damit ist allerdings noch nicht automatisch über die Zukunft aller ursprünglich angekündigten DCU-Serien entschieden.
Was passiert mit „Waller“?
„Waller“ gehörte zu den ersten Serien, die James Gunn und Peter Safran im Januar 2023 für das neue DC Universe ankündigten.
Die Serie sollte sich um Amanda Waller drehen, erneut gespielt von Viola Davis. Bei der ursprünglichen Vorstellung des Projekts wurden Christal Henry und Jeremy Carver als Autoren genannt.
Aktuell besitzt „Waller“ jedoch offenbar keine hohe Priorität mehr. TheWrap berichtete im August 2026 unter Berufung auf eine mit der Situation vertraute Quelle, dass sich die Serie nicht mehr in der priorisierten Entwicklung bei DC Studios befindet.
Eine offizielle Mitteilung über eine endgültige Einstellung von „Waller“ gibt es bislang jedoch nicht.
Das bedeutet: Die Serie ist aktuell kein Projekt, mit dessen baldiger Produktion gerechnet werden kann. Als endgültig abgesagt sollte sie auf Grundlage der derzeit bekannten Informationen aber ebenfalls nicht bezeichnet werden.
Auch „Paradise Lost“ hat derzeit keine Priorität
Ähnlich sieht es bei „Paradise Lost“ aus.
Die Serie wurde ebenfalls im Januar 2023 als Teil des ersten DCU-Kapitels „Gods and Monsters“ vorgestellt. Geplant war eine Geschichte auf Themyscira, der Heimat der Amazonen und Wonder Woman.
James Gunn und Peter Safran beschrieben das Projekt damals als Geschichte über die Entstehung und politischen Strukturen der Amazonengesellschaft. Die Handlung sollte zeitlich vor der Geburt von Diana spielen.
Nach Informationen von TheWrap gehört auch „Paradise Lost“ inzwischen nicht mehr zu den Serien, deren Entwicklung bei DC Studios derzeit Priorität besitzt.
Auch hier gilt allerdings: Eine offizielle endgültige Absage wurde nicht bekannt gegeben.
„Booster Gold“ soll mit einem neuen Kreativteam weitergehen
Bei „Booster Gold“ ist die Situation etwas anders.
Die Serie gehörte ebenfalls zur ursprünglichen DCU-Ankündigung von 2023. Im Mittelpunkt soll Michael Jon Carter stehen, ein Mann aus der Zukunft, der fortschrittliche Technologie nutzt, um sich in der Gegenwart als Superheld zu inszenieren.
2026 arbeitete „Our Flag Means Death“-Schöpfer David Jenkins an dem Projekt und reichte im Juni ein Pilotdrehbuch ein. Ende Juli erklärte Jenkins jedoch selbst, dass seine Version von „Booster Gold“ nicht weitergeführt werde.
Das bedeutet nach aktuellem Stand aber nicht das Ende der Serie insgesamt.
TheWrap berichtete anschließend, DC Studios wolle „Booster Gold“ mit einem neuen Kreativteam weiterentwickeln. Ein Schauspieler für die Hauptrolle war zu diesem Zeitpunkt noch nicht verpflichtet.
Wann die neue Version konkrete Formen annehmen könnte, ist bislang nicht bekannt. Nach der aktuellen Aussage von Casey Bloys gehört „Booster Gold“ derzeit jedenfalls nicht zu den bei HBO aktiv entwickelten Projekten.
„The People v. Gorilla Grodd“ hat bereits grünes Licht
Deutlich weiter ist dagegen „The People v. Gorilla Grodd“.
HBO Max bestellte die Serie im August 2026 direkt mit acht halbstündigen Episoden. Wenige Wochen später bestätigte Casey Bloys, dass die Dreharbeiten bereits begonnen haben.
Das ungewöhnliche Format verbindet das DC Universe mit einer True-Crime-Mockumentary. Im Mittelpunkt steht ein Prozess gegen den hochintelligenten Gorilla Grodd.



Grodd wurde wegen des Mordes an seinem Vater, dem König von Gorilla City, verurteilt. Jimmy Olsen rollt den Fall anschließend in einer achtteiligen True-Crime-Dokumentation neu auf und untersucht, ob Grodd möglicherweise zu Unrecht verurteilt wurde.
Skyler Gisondo übernimmt erneut die Rolle von Jimmy Olsen. Jimmy Tatro spielt Gorilla Grodd.
Auch mehrere aus „Superman“ bekannte Daily-Planet-Figuren sind dabei. Beck Bennett kehrt als Steve Lombard zurück, Mikaela Hoover spielt Cat Grant und Wendell Pierce ist erneut als Perry White zu sehen.
Tony Yacenda und Dan Perrault fungieren als Showrunner, Autoren und Executive Producer. Yacenda soll zudem bei allen acht Episoden Regie führen. James Gunn und Peter Safran gehören ebenfalls zu den Executive Producern.
Einen Veröffentlichungstermin für „The People v. Gorilla Grodd“ hat HBO Max bislang nicht bekannt gegeben.
Animationsprojekte laufen unabhängig davon weiter
Die Aussagen von Bloys sollten außerdem nicht pauschal auf sämtliche DC-Serienproduktionen übertragen werden.
Im Animationsbereich befinden sich weitere Projekte in Arbeit. „Creature Commandos“ wurde offiziell für eine zweite Staffel verlängert. Warner Bros. Animation und DC Studios bestätigten bereits, dass an der Fortsetzung gearbeitet wird.
Darüber hinaus erhielt „Mister Miracle“ offiziell grünes Licht. Die Animationsserie basiert auf der zwölfteiligen Comicreihe von Tom King und Mitch Gerads. Tom King fungiert als Showrunner.
Bei der offiziellen Ankündigung wurde allerdings noch kein Sender oder Streamingdienst für „Mister Miracle“ genannt.
Weniger DCU-Serien bedeutet nicht automatisch einen Neustart
Der aktuelle Stand zeigt vor allem, wie groß der Unterschied zwischen einer angekündigten Entwicklung und einer tatsächlich bestellten Serie sein kann.
„Waller“ und „Paradise Lost“ besitzen nach aktuellen Branchenberichten derzeit keine Entwicklungspriorität. Bei „Booster Gold“ wurde die bisherige kreative Version verworfen, während DC Studios laut TheWrap mit einem neuen Team weiterarbeiten will.
„The People v. Gorilla Grodd“ hat dagegen bereits eine verbindliche Serienbestellung erhalten und befindet sich in Produktion.
Von einem offiziell bestätigten grundlegenden Kurswechsel des DC Universe kann deshalb derzeit nicht gesprochen werden. Casey Bloys selbst widerspricht dieser Interpretation und verweist darauf, dass HBO schon bisher nur einen Teil der entwickelten Ideen tatsächlich produziert.
Für Fans bedeutet das allerdings auch: Bei mehreren der ursprünglich für das DCU angekündigten Serien bleibt weiterhin offen, wann und in welcher Form sie tatsächlich erscheinen werden.
FAQ zu den DCU-Serien bei HBO
Welche neue DCU-Serie wird derzeit bei HBO produziert?
„The People v. Gorilla Grodd“ hat von HBO Max eine Bestellung über acht Episoden erhalten. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen.
Ist „Waller“ abgesagt?
Eine endgültige Absage wurde bislang nicht offiziell bekannt gegeben. Nach einem Bericht von TheWrap befindet sich „Waller“ derzeit jedoch nicht mehr in der priorisierten Entwicklung bei DC Studios.
Ist „Paradise Lost“ abgesagt?
Auch für „Paradise Lost“ gibt es bislang keine offizielle endgültige Absage. Das Projekt gehört laut einem aktuellen Branchenbericht derzeit allerdings nicht zu den Entwicklungsprioritäten von DC Studios.
Was passiert mit „Booster Gold“?
Die von David Jenkins entwickelte Version wird nicht umgesetzt. Laut TheWrap soll DC Studios die Serie jedoch mit einem neuen Kreativteam weiterentwickeln.
Wer spielt Jimmy Olsen in „The People v. Gorilla Grodd“?
Skyler Gisondo spielt erneut Jimmy Olsen. Er verkörperte die Figur bereits in „Superman“.
Wer spielt Gorilla Grodd?
Jimmy Tatro übernimmt in „The People v. Gorilla Grodd“ die Rolle von Gorilla Grodd.
Wie viele Folgen bekommt „The People v. Gorilla Grodd“?
HBO Max hat acht halbstündige Episoden bestellt.
Wann startet „The People v. Gorilla Grodd“?
Ein offizieller Veröffentlichungstermin wurde bislang nicht bekannt gegeben.
